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Hinweise auf eine Mangelernährung

Die durch Mangelernährung entstehenden gesundheitlichen Beeinträchtigungen und die nach und nach schwindende Lebensqualität und Lebensfreude der Betroffenen lassen sich verhindern. Wird der schlechte Ernährungszustand frühzeitig erkannt und mit gezielter Ernährungstherapie korrigiert, so ist es möglich, den Kreislauf der Mangelernährung zu durchbrechen. Deshalb ist es so wichtig, erste Hinweise ernst zu nehmen.

Alarmsignale

Ein deutliches Zeichen einer anhaltenden Mangel- oder Unterernährung ist die unbeabsichtigte Gewichtsabnahme in den letzten Wochen und Monaten. Allzu häufig wird das Körpergewicht alter Menschen jedoch nicht regelmäßig kontrolliert und dokumentiert, so dass Gewichtsverluste mitunter erst auffallen, wenn die Kleidung schlottert, das Gesicht eingefallen oder die Hände knochig wirken. Achten Sie deshalb auf mögliche Alarmsignale eines beginnenden Nährstoffmangels. Appetitlosigkeit, sehr einseitige Ernährung, das Auslassen und Ablehnen von Mahlzeiten, körperliche Schwäche, Schluckstörungen, Hautveränderungen, Teilnahmslosigkeit und Depressionen sollten nicht einfach als allgemeine Alterserscheinungen abgetan werden. Sie haben eine Ursache.

Außerdem sollten Sie Hinweisen auf mögliche Austrocknungserscheinungen nachgehen. Wenn bei älteren Menschen das Durstempfinden nachlässt und sie mit ihren Ernährungsgewohnheiten auch das Trinkverhalten verändern, erhält der Körper nicht mehr ausreichend Flüssigkeit. Deutliche Anzeichen hierfür sind Mundtrockenheit, Mund- und Zungenbrennen, Verstopfung, dunkler Urin, Blutdruckabfall, Schwäche und Verwirrtheitszustände.

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Fragebogen zum Ernährungszustand

Haben Sie den Verdacht, dass der Ernährungsstatus eines Angehörigen unzureichend ist, können Sie sich innerhalb kürzester Zeit mit Hilfe einiger Fragen einen Überblick verschaffen.

Standardisierte Fragebögen wie zum Beispiel die Nutri-Risk-Analyse haben sich als aussagekräftige, einfache und zuverlässige Tests zur Risikoabschätzung einer Mangelernährung bewährt: Beantworten Sie die vier Schlüsselfragen zum Allgemeinzustand des Betroffenen. Ihre Beurteilungen werden mit Punkten gewichtet. Die Auswertung der Gesamtpunktzahl ermöglicht eine Unterscheidung zwischen normaler Ernährung und Risiko einer Mangelernährung. Liegt ein Risiko vor, so ist eine umfassende medizinische Untersuchung unbedingt notwendig.

Zur Durchführung der Nutri-Risk-Analyse benötigen Sie den Body Mass Index (BMI) des Betroffenen. Den können Sie hier einfach anhand des Gewichts und der Größe ermitteln:

   BMI-Rechner

Der vorliegende Erfassungsbogen ermöglicht eine erste Risikoabschätzung, ob eine Person ein Risiko für eine Mangelernährung aufweist.

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Frage 1: Welcher Body-Mass-Index (BMI) liegt vor?
(BMI = Körpergewicht / (Körpergröße)² in kg/m²)
0 Punkte   =   BMI > 24
1 Punkt     =   BMI = 20-24
2 Punkte   =   BMI < 20
Frage 2: Hat die Person in letzter Zeit unbeabsichtigt Gewicht verloren? 0 Punkte  = nein
1 Punkt   = moderater Gewichtsverlust
2 Punkte  = schwerer Gewichtsverlust

Frage 3: Hat die Person in den letzten Wochen normal gegessen? 0 Punkte = nein
1 Punkt   = ja
Frage 4: Liegt ein stressbedingt erhöhter Bedarf auf Grund einer Erkrankung vor? 0 Punkte = nein
1 Punkt = mäßig (z. B. Infektionen, Tumorerkrankungen, kleine OP, neurologische Erkrankungen)
2 Punkte = hoch (z. B. multiple Verletzungen, Verbrennungen, große OP, schwere Schluckstörungen)
Auswertung:  
0-2 Punkte:

Risiko einer Mangelernährung gering
  • Keine besondere Ernährungstherapie notwendig
  • Teilnahme an den normalen Mahlzeiten
  • Neue Erhebung in ca. 4 Wochen
3-4 Punkte:

Risiko einer Mangelernährung vorhanden
  • Verstärkte Beobachtung des Patienten über 1 Woche, dann neue Risikoabschätzung
  • Evtl. Durchführung eines Ernährungsprotokolls (Rücksprache mit dem behandelnden Arzt)
> 4 Punkte:

hohes Risiko einer Mangelernährung
  • Weiterführende ärztliche Diagnostik wird dringend empfohlen
  • Einsatz von Trink- und ggf. Sondennahrung nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt

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Medizinische Diagnose

Durch weiterführende Befragungen, verschiedene Messungen und eine ausführliche körperliche Untersuchung kann der Arzt das Ausmaß des Mangelzustandes beurteilen. Das Erscheinungsbild, Haut, Augen, Mund sowie neurologische Auffälligkeiten sind wichtige Anhaltspunkte für seine Einschätzung.

Objektive Größen zur Beurteilung des Ernährungszustandes liefern genaue Messwerte. Dazu gehören Körpergewicht, Körpergröße und der daraus berechnete Body-Mass-Index (BMI). Aussagekräftig sind hier vor allem Verlaufsmessungen über einen längeren Zeitraum, die Veränderungen dokumentieren können.

Schließlich gibt es noch die Möglichkeit, anhand von Blutuntersuchungen den tatsächlichen Mangel an bestimmten Nährstoffen festzustellen.

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