Wenn Essen und Trinken zur Qual werden

 

Schluckstörungen lösen oft gravierende Mangelernährung aus

 

Bonn, 03.02.06 Schlucken ist für die meisten Menschen eine Selbstverständlichkeit. Doch was geschieht, wenn dieser Vorgang nicht mehr kontrollierbar ist? Aus Angst vor dem Verschlucken meiden Betroffene dann häufig das Essen und Trinken. Mangelernährung und Gewichtsverlust, die den Körper schwächen und Krankheiten begünstigen, sind damit vorprogrammiert.

 

Schluckbeschwerden sind keine Seltenheit: Bei den über 55-Jährigen sind 16 bis 22 Prozent¹ davon betroffen. Altern allein ist nicht die Ursache für die Beschwerden. Doch als Begleiterscheinung von anderen Erkrankungen wie Demenz, Morbus Parkinson oder Zahnproblemen und Medikamenteneinnahme, treten Schluckstörungen in höherem Lebensalter häufiger auf. Vor allem dünne Konsistenzen wie Suppen oder Getränke führen aufgrund ihrer schnellen Fließgeschwindigkeit bei gleichzeitig verzögertem Schluckreflex leicht zum Verschlucken. Nahrung kann dann unkontrolliert in die Luftröhre dringen. Gelingt es dem Patienten nicht sie durch Husten oder Spucken zu entfernen, droht eine tödliche Lungenentzündung.

 

Vorsicht Mangelernährung

Aus Angst vor dem Verschlucken essen und trinken Betroffene meist zu wenig. Folge davon sind Gewichtsverlust und Mangelernährung, verbunden mit erhöhter Krankheitsanfälligkeit, körperlicher Schwäche und verringerter Lebenserwartung. Neben den gesundheitlichen Folgen sind auch die psychosozialen Folgen nicht zu unterschätzen. Betroffenen ist es häufig peinlich, wenn Getränke und Nahrung aus dem Mund laufen oder ausgehustet werden. Sie ziehen sich zurück und verlieren die Freude am Essen.

 

Wichtig ist es, trotz Schluckstörungen ausreichend Nährstoffe und Flüssigkeit aufzunehmen. Hilfreich können hier spezielle andickende Pulver aus der Apotheke sein. Sie verringern die Fließgeschwindigkeit von Getränken, Suppen oder pürierten Mahlzeiten und passen die Konsistenz an die Bedürfnisse der Senioren an. Welche Konsistenz der Patient am leichtesten schlucken kann, sollte vorsichtig getestet werden. Heiße und angedickte Mahlzeiten speichern zudem die Wärme länger, was insbesondere bei Senioren, die meist langsam essen, ein Vorteil ist.

 

„Gerade für Senioren ist ein guter Ernährungszustand eine wichtige Voraussetzung für Gesundheit und Lebensqualität“, betont Erhard Hackler, geschäftsführender Vorstand der DSL. Um Patienten bei schwerwiegenden Schluckstörungen vor einer Mangelernährung zu schützen, bieten sich daher energie- und nährstoffreiche Trinknahrungen an. Mit Hilfe von Andickungsmitteln lassen sich diese ebenfalls auf die nötige Konsistenz einstellen.

 

Die wichtigsten Informationen zu Risiken, Symptomen und Vorbeugung der Mangelernährung hat die DSL in der aktualisierten und neu überarbeiteten Broschüre „Mangelernährung erkennen und vermeiden“ zusammengestellt. Sie ist kostenlos und kann schriftlich bei der Deutschen Seniorenliga e.V., Gotenstr. 164 in 53175 Bonn bestellt oder im Internet unter http://www.dsl-mangelernaehrung.de/ abgerufen werden.

 

 

1)       DGG, EuroJGer Vol. 6 (2004), S. 38